Augmentation einer frischen Alveole – GOZ

Private Krankenversicherung, die Maßstäbe neu definiert

 

Erstattungsablehnung der privaten Krankenversicherung

Anmerkung 1

Ablehnungsbetrag: 11,66 €

Für die Berechnung der GOÄ-Ziffer 370 ist keine medizinische Notwendigkeit erkennbar. Die Leistung ist mit der Röntgendiagnostik Ziffer 5000 abgegolten.

Anmerkung 2

Ablehnungsbetrag: 446,13 €

In Verbindung mit der Entfernung eines Zahnes/einer Wurzelspitzenresektion ist für einen Knochenaufbau keine Erstattung möglich. Ein Knochendefekt nach einem operativen Eingriff schließt sich in der Regel durch den natürlichen Wundheilungsprozess, so dass hier keine zusätzlichen Leistungen oder Materialien erstattungsfähig sind.

Anmerkung 3

Die Zuschläge nach den Ziffern 0500, 0520 und 0530 sind nur für in der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) genannten Leistungen berechnungsfähig. Die Voraussetzung für die in Ihrem Fall berechnete Ziffer ist nicht erfüllt. Wir haben daher bei Ihnen den dafür vorgesehenen Zuschlag nach Ziffer 0500 GOZ tariflich anerkannt.

Anmerkung 4

Die vorliegende Rechnung zur durchgeführten Zahnextraktion lässt vermuten, dass weitere Maßnahmen erforderlich werden. Bitte reichen Sie uns dafür einen Kostenvoranschlag des Zahnarztes ein, in dem die planbaren Behandlungs- sowie Material- und Laborkosten spezifiziert werden. Sie erhalten dadurch vor Behandlungsbeginn Klarheit über die Kosten.

 

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Das „postfaktische“ in Prophylaxe und Kausaltherapie

Die Oxford Dictionaries erklärten den Ausdruck „post-truth“ nun zum Wort des Jahres.

„Doch was meint „postfaktisch“ eigentlich? Einfach formuliert geht es hier um ein Denken und Handeln, bei dem Fakten, und somit die Wahrheit, nicht mehr entscheidend sind. Es ist der Gegensatz zu den Prinzipien der Aufklärung. Statt aus Fakten Schlussfolgerungen zu ziehen, wird gelogen, betrogen und manipuliert. Dabei geht es mehr um Befindlichkeiten statt um den Intellekt.“ (Vorsicht – das postfaktische Zeitalter ist da!; deutsch.rt.com)

Es kann also nicht schlecht sein, wenn wir etwas genauer an die Fakten rücken und kritische Schlüsse ziehen:

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Neues Paradigma? Karies ist keine übertragbare Infektionskrankheit!

bakteriumSeit vielen Jahren wird behauptet, dass Mütter den Nuckel ihrer Säuglinge nicht ablecken sollen, um ihn zu säubern – sie könnten damit Streptokokken übertragen und so ihr Kind mit Kariesbakterien infizieren.

Karies wurde als ansteckende Infektionskrankheit bezeichnet (P. H. Keyes und R. J. Fitzgerald).
Gegen diesen Unsinn habe ich seit Jahren versucht anzugehen.
Die Mikrobiologen haben schon immer gesagt:
„Bakterien wachsen nur da, wo die Umweltbedingungen für sie gut sind“.
Die Ökologie der Mundhöhle bestimmt wer in ihr wächst und diese Ökologie wird von vielen Faktoren geprägt!
Das die direkte Übertragung von „Mundbakterien“ möglich ist, ist eine tägliche Erfahrung. Diese Erfahrung machen wir als Zahnärzte in unserem Fachgebiet auch.

Natürlich sind wir in der Lage z.B. parodontalpathogene Keime bei der Sondierung aus einer sieben Millimeter tiefen approximalen Tasche in den vestibulären gesunden Sulcus zu „transplantieren“; allerdings entsteht so keine Parodontitis an dieser Lokalisation. Ganz einfach, weil die Ökologie dort nicht passend für die übertragenen Bakterien ist.
Sind wir also dankbar, dass Experten der Europäischen Gesellschaft für Kariesforschung (ORCA) endlich Karies als nicht übertragbare Krankheit eingestuft haben. Es küsst sich so schon leichter.


Und wieder schlägt Stiftung Warentest zu!

 Delphin Die Stiftung Warentest hat schon wieder die Qualität der professionelle Zahnreinigung getestet und erneut ein verheerendes Ergebnis konstatiert:

 

 

😥 Alle getesteten professionellen Zahnreinigungen waren unzureichend – Es wurde massiv Biofilm belassen.

😥 Der Zahnstein in der Unterkieferfront wurde in vier von 10 Fällen vollständig entfernt in fünf Fällen zu etwa 70%. Was dem einen, dem 10. Probanden widerfahren ist, ist unklar.

😥 Die Ausbildung der Fachkraft (ob ZFA, ZMF, ZMP oder DH ), die die professionelle Zahnreinigung durchführte, machte keinen Unterschied in der Mangelhaftigkeit der Ausführung der PZR.

😳 Es spielte, im Hinblick auf die Qualität der PZR, keine Rolle ob sie in einer „normalen“ Zahnarztpraxis oder in einem „Prophylaxezentrum“ erfolgte. Weiterlesen


Die Akademisierung der Dentalhygienikerin ——– Cui bono?

Schon die Dentistenausbildung in Deutschland war fragwürdig und wurde daher 1952 abgeschafft; ob wir einen „Schmalspurzahnarzt“ brauchten, kann heute sicher verneint werden. Österreich wurde wegen des Dentistengesetzes vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt und unterlag 2005.
Und nun wollen wir eine „Schmalspurparodontologin“ etablieren? So ganz verständlich ist das nicht.

Die Diskussion um einen weiteren und möglichst eigenständigen Heilberuf  – die Befreiung der DH vom Übel der Delegation – hat begonnen. Aufgebracht wurde sie natürlich aus den Reihen der organisierten DH´s und mit Begeisterung aufgenommen und geschürt von Unternehmen, die die Gewinnchancen auf dem Gebiet der Fortbildung klar erkannt haben.

Wir sollten hier die Frage stellen, was nutzt wem und was braucht wer? Also:

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Chlorhexidin in Prophylaxe und Therapie

 

 

Spülen ist schneller und angenehmer als die gründliche Zahnreinigung mit Büste, Zahnpaste und Zahnseide. Es vermittelt, ohne größeren Aufwand, das trügerische gute Gefühl einen sauberen Mund zu haben, von Mundgeruch befreit und seinen Mitmenschen angenehm zu sein.

Bei richtiger Indikation können Mundspüllösungen aber sehr nützlich sein

Seit 1954 ist Chlorhexidin bekannt (Davies/ICI), seit 1970 in die Zahnheilkunde durch Harald Löe eingeführt und seit 1977 verwenden wir es in der Praxis im Rahmen von Therapie und Prophylaxe.

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Compliance in Prophylaxe und Kausaltherapie

 

 

Wir reden zwar von: „Gesunde Zähne ein Leben lang“ – durch Prophylaxe, müssten aber sagen: „Gesunde Zähne ein Leben lang; aber nur durch Prophylaxe ein Leben lang!“

Die Compliance eines Patienten in Bezug auf die Einhaltung der Anweisungen zur häuslichen Mundhygiene, zur zahngesunden Ernährung und der geforderten Bestellabstände in der Prophylaxe, ist nicht vorhersehbar. Sie kann daher in die Behandlungsplanung, als verlässlicher Faktor, nicht einbezogen werden.

Wie viele Patienten in der „lebensbegleitenden Prophylaxe/Kausaltherapie“ zeigen eine ausreichende Compliance?

Nur zu sagen oder in einer Statistik abzubilden, dass der Patient mitgemacht hat, ist nicht ausreichend. Die vorhandenen Untersuchungen zu diesem Thema beschränken sich leider meist auf die Angabe von Prozentzahlen, ohne genaue Angaben über die Randbedingungen zu machen. Außerdem sind die Beobachtungszeiträume eher gering. Weiterlesen


Bedeutung des Sitzungsabstandes in der Kausaltherapie (1)

Wie häufig braucht ein Mensch eine professionelle Zahnreinigung?

Das hängt ganz vorwiegend von der Neigung eine Parodontitis/Karies zu entwickeln und von deren Progressivität ab.

Die Prognose für die Entwicklung einer Parodontitis/Karies ist, wie jeder Blick in die Zukunft, kaum sicher möglich; gerade dann, wenn wir vor einer völlig gesunden Situation stehen. Die Prognose wird besser, wenn Krankheitsentwicklungen im Zeitverlauf erkennbar sind.

So können wir bei einem 18 jährigen mit einer DMF-T von neun ziemlich sicher vorhersagen, dass es noch weitere erhebliche Probleme, verursacht durch Karies, geben wird.

In der Parodontologie kann ähnliches gelten, allerdings kommt hier hinzu, dass die Behandlung einer Parodontitis, ohne eine adäquate Nachsorge, nicht nur zu einem Rezidiv führt, wie bei der Karies auch, sondern zusätzlich zu einem schnelleren Krankheitsverlauf als ohne Therapie. Eine solche therapeutische Intervention schadet also dem Patienten vermutlich mehr als sie nutzt.

 

Der Patient, 2009 64 Jahre alt, wurde 2001 alio loco, nach Anfertigung eines OPG´s, einer Parodontitisbehandlung unterzogen. Nach zwei ausführlichen Mundhygieneberatungen erfolgte nach der Behandlung keine weitere Betreuung.

 

 

Im Jahre 2009 stellte der Patient sich mit einer weit fortgeschrittenen Parodontitis bei mir vor. Ihn störten die lockeren Frontzähne im Unter- und Oberkiefer. Er ist Nichtraucher und zeigt sonst keine Erkrankungen, die relevant für die Entwicklung einer ausgeprägten Parodontitis wären.

 

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Über den Umgang mit Küretten – Das Schleifen

Abbild 1

 

Küretten sind in der Parodontologie und der Prophylaxe/Kausaltherapie  nicht zu ersetzen.  Durch nichts kann so schonend und effektiv eine saubere und glatte Wurzeloberfläche hergestellt werden.

Nachteile der Küretten:

1) Sie sind teuer

2) Sie müssen gepflegt (geschliffen) werden

3) Sie verlangen handwerkliches Geschick

Wirklich gute Ergebnisse in Behandlung und Prophylaxe erreichen wir nur mit scharfen Instrumenten.

In der Therapie kann so, bei relativ hohen Krafteinsatz, altes Konkrement und nekrotisches Zement entfernt werden. Im gleichen Arbeitsgang ist die  oft notwendige Wurzelglättung möglich, die  die spätere Prophylaxe wesentlich erleichtert.

In der Prophylaxe kann, bei sehr geringem Krafteinsatz, Plaque und junges Konkrement von  glatten Wurzloberflächen weitgehend schmerzfrei aus Rest-Taschen (bis 4 mm) entfernt werden. Die Frage ist:

 

„Wann ist ein Instrument wirklich scharf?“

 

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Begründungen: §5 & §10 Abs. 3 GOZ

 

 Johann_Heinrich_Wilhelm_Tischbein_007[1] „Wer Begründungen anhört, ist
geneigt zuzustimmen.“ Goethe

 

 

Seit der GOZ 1988 müssen wir bei der Bestimmung des Steigerungssatzes, wenn wir den 1,8 bzw. 2,3fachen überschreiten, angeben, warum der Zeitaufwand für die Erbringung der Leistung überdurchschnittlich hoch war oder warum die Schwierigkeit bei der Erbringung der Leistung überdurchschnittlich war oder welche Umstände die Erbringung der Leistung überdurchschnittlich  erschwerten.

Die meisten Gründe werden sich dabei aus dem Krankheitsbild ergeben.

Allerdings muss klar sein, dass die Zahl an unterschiedlichen Begründungen für den Zeitaufwand, die Schwierigkeit und die Umstände der Erbringung, durchaus endlich ist.

Es ist also nicht schlimm, ja unvermeidlich, wenn sich Begründungen wiederholen. Der gleiche Begründungstext kann daher durchaus in einer Liquidation, auch bei verschiedenen Leistungen, auftauchen.

Da bei der Sachbearbeitung in den Versicherungen und Beihilfestellen leider kaum zahnärztliche Kolleginnen und Kollegen sitzen, kommt es oft, auch bei sachlich ausreichenden Begründungen, zu Nachfragen oder gar zur Behauptung „die Begründung kann nicht anerkannt werden“. Der Patient tritt dann an uns heran mit der Bitte um Hilfe bzw.  eine nähere Erläuterung  (§10 Abs. 3 Satz 2).

Dies führt meist zu einem verwaltungstechnischen Aufwand, den wir gerne vermeiden möchten. Hier hilft die Begründung gleich so abzufassen, dass eine „Erläuterung“ nur selten nötig wird.

Die Begründungen sind immer Textbausteine, die in seltenen Fällen, angepasst werden müssen. Die Textmenge, die für eine ordentliche Begründung anfällt, ist also – im Computerzeitalter – nicht sehr von Bedeutung.
In den meisten Fällen sollte die Begründung einfach formuliert sein, sodass der Patient sie leicht verstehen kann.

Es kann eine Leistung besonders schwierig und zeitaufwendig sein, es reicht wenn sie besonders schwierig oder besonders zeitaufwendig ist.

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Prophylaxetray – preiswert, einfach, – gut

 

Ein Tray zwischen 20 € und 150 € für die Instrumente der Prophylaxe ist  zuerst einmal nicht teuer. Wenn in einer größeren Prophylaxepraxis mit 20 – 40 Patienten pro Tag etwa 45 solcher Trays vorgehalten werden müssen, summieren sich die Kosten doch erheblich. Dies ist jedoch nicht die größte Ausgabe. Im Laufe der Zeit wird die ständige Aufarbeitung, Wartung und Lagerung der Trays zu einer finanziellen Belastung.

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Abrechnung: Prophylaxe

Soviel Umsatz wie ein Patient, der nicht die Möglichkeit der Prophylaxe nutzt, kann ein Patient, der Prophylaxe und Kausaltherapie nutzt, nicht erbringen; allerdings muss man an letzterem auch nicht alle Arbeit selbst durchführen.           Zur Vergrößerung aufs Bild klicken

Grundlage der Abrechnung dieser Leistungen ist eine gute betriebswirtschaftliche Kalkulation. Erst wenn wir die Kosten kennen können wir ein angemessenes Honorar festlegen.

Welchen „Abrechnungsweg“  man wählt hängt von der Ausgangssituation des Patienten ab:

1) Ein Mensch ohne Zahnfleischtaschen, ohne Gingivitis, ohne Entkalkungen des Schmelzes und ohne unversorgte Kavitäten kann als zahnbezogen gesund eingestuft werden.
Für diese Menschen ist der Weg der Prophylaxe angezeigt.

 

Die Abrechnung nach den Prophylaxeleistungen der GOZ steht im Mittelpunkt.

 

2) Ein Patient mit Blutung auf Sondierung, Gingivitis, Entkalkungen des Schmelzes (Karies) ist nicht gesund und bedarf – wenn möglich – einer ursächlichen Therapie.
Für diese Patienten ist der Weg der Kausaltherapie angezeigt.

 

Die Abrechnung nach den Therapieleistungen der GOZ steht im Mittelpunkt

 

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Recall – Terminerinnerung

  Der alte Bestellkalender für die Prophylaxe hatte sich gut bewehrt. Die Mitarbeiterinnen wollten einen digitalen Kalender, der die Arbeit erleichtert aber sonst genau ist wie der alte.

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So wie wir heute Prophylaxe nicht mehr als Aufgabe sehen, die durch jeden Patienten allein zu lösen ist, so sehen wir den Begriff Compliance in Prophylaxe und Kausaltherapie nicht vorwiegend als die Bereitschaft auf dem Gebiet der häuslichen Mundhygiene mitzuarbeiten, sondern vor allem als Willen des Patienten, die notwendigen Termine zur professionellen Zahnreinigung einzuhalten.

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